Ein florierender Immobilienmarkt

Ein florierender Immobilienmarkt

Für UBM Realitätenentwicklung AG ist Polen nach Deutschland der wichtigste Markt. Die Tochtergesellschaft UBM Polska Sp.zo.o wurde 1993 gegründet. Büros befinden sich in Krakau und Warschau.

Das Land unterscheidet sich von den anderen CEE-Ländern durch das Wirtschaftswachstum. Nicht nur, dass Polen dank der starken Binnenkonjunktur auch in der Rezession Wachstum erzielen konnte, die Wirtschaftsdaten liegen – Flaute oder nicht – deutlich über dem EU-Durchschnitt. Da Polen sich immer mehr zum Sprungbrett in den Osten entwickelt, ziehen vor allem aus dem angloamerikanischen Raum laufend Unternehmen zu. Dementsprechend floriert der Immobilienmarkt nach wie vor. Etwa zwei Drittel des ausländischen Investitionsvolumens entfallen daher auch auf Büroflächen. Für einen Immobilienentwickler wie UBM ist es von Bedeutung, dass die Produktionskosten bei vergleichbarer Qualität um mindestens 10 Prozent unter heimischem Niveau, die Mieten hingegen um 10 Prozent höher liegen.

Nur in einzelnen Asset-Klassen und Regionen ist bereits eine gewisse Sättigung erkennbar. So ist beispielsweise der Großraum Warschau mit Einkaufscentern schon mehr als gut versorgt. Günstige Büroflächen des mittleren Preissegments sind in der Hauptstadt hingegen weiter gesucht, im sogenannten financial district sind die Preise hingegen rückläufig. Großes Potential wird den westlich von Warschau gelegenen Sekundärstädten Danzig, Lodz, Breslau und Krakau sowie dem gesamten Oberschlesischen Industriegebiet zugebilligt.

In Umsetzung der vorstehenden Analyse hat UBM zuletzt in Krakau ein Bürohochhaus (Alma-Tower) errichtet, im Zentrum von Breslau wurde mit dem Bau einer gemischt genutzten Immobilie (Times II) begonnen und beim Warschauer Flughafen wird gemeinsam mit CA Immo der größte Businesspark Zentraleuropas entwickelt. Mittelgroße, regionale Einkaufszentren entstehen nahe Danzig und im Oberschlesischen Industriegebiet. In den Provinzstädten erzielen Retailflächen eine stabile Rendite von rund 7 Prozent, in der Hauptstadt bringt diese Asset-Klasse hingegen nur mehr 5,5 Prozent. Wohnbau in Polen ist ein Ausnahmekapitel. Nur High-End-Wohnungen kommen voll ausgebaut auf den Markt. Als wären die Polen ein Volk von Heimwerkern, bevorzugt der landestypische Käufer den Edelrohbau. Estrich, Türen und Installationen werden aus Kostengründen gerne selbst eingebaut. Wegen der solcherart eingeschränkten Wertschöpfung hat Wohnbau für UBM Polska nie große Bedeutung erlangt. Lediglich nahe Warschau und in Krakau gibt es kleinere Projekte.