Invasion der Systemgastronomen?

RegioPlan Analyse zeigt eine intensive Standortsuche

Die österreichische Systemgastronomie verfügt bereits über mehr als 1.350 Standorte. Nichts desto trotz wollen heuer, neben dem Branchenprimus McDonalds, der etwa 14 Prozent aller Standorte innehat, nach eigenen Angaben, weitere 80 Systemkonzepte expandieren.

TREND: Gastronomie x Handel – Eine gelungene Symbiose 

Ist Essen das neue Shopping? Shopping Center und Einkaufsstraßen suchen immer öfter gezielt nach Gastronomiekonzepten, um die zunehmend größer werdenden Lücken zu füllen, die der Handel hinterlässt. Allerdings müssen der Handel und die Gastronomie eine Symbiose eingehen und sich gegenseitig ergänzen, denn nicht jedes Gastronomiekonzept passt in jede Einkaufszone.

Invasion der Systemgastronomie 

In der Systemgastronomie zeichnet sich seit über zwei Jahren ein deutliches Wachstum ab. In Österreich gewinnt das Konzept zunehmend an Bedeutung, was vor allem an den steigendenden Konsumausgaben in diesem Bereich erkennbar ist. Rund 13 Mrd. Euro geben die ÖsterreicherInnen jährlich für den Außer-Haus-Verzehr aus. Hiervon entfallen 16 Prozent oder rund 2 Mrd. Euro auf die Systemgastronomie - Tendenz steigend. Die Konzepte reichen dabei von schnellem, billigem Hungerstillen über trendige bio-, vegan- und sonstiges Gesund-Essen zu gediegeneren Wohlfühlrestaurants für Steaks, Sushi oder Fusionsküche. Die Systemgastronomie bietet für den Gast im Idealfall ein gutes Konzept von gewohnter Qualität in einer bekannten Atmosphäre und schafft dadurch einen Wohlfühleffekt für den/die Konsumenten/in. Insbesondere Konzepte aus dem Fast Casual Bereich wie Hans im Glück, Vapiano oder auch dean&david, verzeichnen bereits international ein starkes Wachstum im Systemgastronomiesektor. Vor allem die gestiegene Mobilität sowie eine Verknappung der Zeitressourcen spielen den Systemgastronomen in die Karten, sodass eine verstärkte Expansionstätigkeit zu verzeichnen ist und eine Reihe neuer Player wie z.B. Peter Pane, Jamies Italian, Dominos Pizza, Wagamama oder Eataly auf den österreichischen Markt strömen. Die Umsatzentwicklung des Gesamtmarktes scheint auch vielversprechend. Insgesamt wollen rund 80 Systemgastronomiebetriebe weiter in Österreich expandieren. RegioPlan Consulting analysiert seit Jahren die Branche und berät eine Reihe von Systemgastronomiebetrieben bei der Standortwahl. Die neuesten Analysen zeigen weiterhin eine vielversprechende Umsatzentwicklung der Systemgastronomie in Österreich. 

Expansion in Österreich: Das Potenzial ist groß – die Nachfrage auch! 

Neben den überwiegend deutschen Systemgastronomen expandieren auch österreichische Ketten wie Burgerista, Max&Benito, Zu den 3 Goldenen Kugeln oder Swing Kitchen sowohl im heimischen als auch ausländischen Markt. Insgesamt ist mit einem starken Anstieg der Standortzahl in Österreich zu rechnen, aktuell werden etwa 400 neue Standorte gesucht – so viel wie noch nie! Und oft sind diese Stand-orte in Lücken, die der Einzelhandel durch seine Standortschließungen hinterlässt. Bei der Expansion geht der Trend vermehrt zu Franchisesystemen, da diese Vorteile für Franchisegeber und –nehmer bieten. Große internationale Franchisenehmer weisen meist ausreichend finanzielle Mittel auf und ermöglichen hierdurch eine schnelle Expansion der Marke. Für den Franchisenehmer bietet u.a. die Markenbekanntheit Vorteile. Allerdings werden sich wohl auch einige Konzepte nicht durchsetzen und einfach wieder verschwinden, denn die Erwartungen der Kunden und die Konkurrenz sind in der Zwischenzeit groß. Einfach nur einen Hamburger zu grillen, ist längst zu wenig. 

Essen wird zum „Gemeinschaftserlebnis“ 

War zuvor die Gastronomie nur ein „Nebenprodukt“ im Shopping Center spielt sie mittlerweile eine wichtige Rolle bei der Schaffung von Aufenthaltsqualität sowie der Verweildauer in den Shopping Centern. Auch die Kunden von Shopping Centern erwarten mittlerweile eine Fülle unterschiedlicher und innovativer Gastronomiekonzepte. Die Frage, ob Essen das neue Shopping sei, scheint somit an Legitimität zu gewinnen: Während bei uns der Flächenanteil in Shopping Malls bei mageren 6 Prozent liegt, wird international bereits mit 15 – 20 % geplant. Shopping Center und Einkaufsstraßen suchen zunehmend gezielt nach Gastronomiekonzepten, um Lücken zu füllen, die der internetgebeutelte Handel hinterlässt. Allerdings müssen der Handel und die Gastronomie eine Symbiose eingehen und sich gegenseitig ergänzen, denn nur so entsteht ein gegenseitig sinnvolles und lukratives Ergebnis. Je nach Zielgruppe des Shopping Centers kann und soll der Gastronomiebereich anders konzipiert sein. Während junge Menschen oftmals den klassischen Foodcourt bevorzugen, suchen die kaufkraftstarken Gäste eher nach den Casual Dining Optionen. Es gibt somit eine Bandbreite an Gastronomiekonzepten, die jeweils auf Shop-ping Center angepasst werden müssen, um ein einheitliches Gesamtkonzept aus Handel und Gastronomie zu erschaffen.