Schnell da...

… und bald wieder weg. Pop-up-Stores sind nicht nur „cool“. Sie sind am Sprung sich als ideale Zwischennutzung bei Gebäude-Leerständen oder Baulücken zu etablieren.

Nun hat auch Wien sein erstes Container-Shoppingcenter. Vor kurzem hat auf dem Trabrennbahn-Areal der Krieau im Wiener Prater, in unmittelbarer Nähe der neuen Wirtschaftsuniversität (WU) mit dem „Stadtbiotop“ von Boxcircus Vienna mit Marktplatz, einem eigenen Gastronomie-Bereich und einer eigenen Entertainment-Area Wiens erstes Container-Shoppingcenter seine Pforten geöffnet.

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In einem ersten Schritt wurden 15 Frachtcontainer zu einem Komplex mit der Möglichkeit einer Expansion verbaut. „Bei entsprechender Nachfrage kann weiter aufgestockt werden“, so der Initiator Clemens Hromatka. Die ganz prominenten Marken wird man vergebens suchen. „Große werden die Ausnahme bleiben“, so der 31-jährige. „Wir wollen jungen Labels und Designern die Chance geben sich zu präsentieren.“ Was die Shops angeht, setzt Hromatka auf einen spannenden Mix: „Ziel ist es, unseren Kunden und Besuchern in außergewöhnlicher Atmosphäre neue Marken und Produkte zu bieten, die man nicht gleich in jedem Shoppingcenter bekommt.“ Die Kosten halten sich in Grenzen. „Die Miete beträgt je nach Größe zwischen 350 Euro pro Woche und 2.000 Euro pro Monat. Auch Container-Sharing zwecks Kostensenkung ist möglich.

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Bei entsprechendem Erfolg will Hromatka sowohl national als auch international expandieren. ?Abgesehen vom „Coolness“-Faktor sieht er nämlich in der Zwischennutzung – sowohl bei Gebäude-Leerständen, aber auch bei Baulücken – ein großes Thema der Immobilienbranche mit reichlich Potenzial nach oben. „In unserem Fall hat der Grundeigentümer genau solch eine temporäre Nutzung gesucht“, unterstreicht Hromatka die Win-Win-Situation für beide Seiten. Am selben Ort wächst dann ab Sommer 2015 das „Viertel Zwei Plus“ mit Wohnungen und Büros in die Höhe.

Hromatka liegt mit dem „Stadtbiotop“ voll im Trend. Eine im Frühling 2014 publizierte Studie von EHL Immobilien sieht in den Pop-up-Stores den Haupttrend der kommenden Jahre. Diese würden „langsam, aber sicher den Umsatz in den traditionellen Einzelhandelsstrukturen anknabbern.“ Genutzt würden dabei sowohl Flächen an etablierten Einkaufsstraßen als auch leerstehende Flächen, etwa in Baulücken und an Baustellen.

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