Shopping-Center: Die Konkurrenz wächst

2013 stieg die Kaufkraft nominell in Landeswährung um 1,9 Prozent und damit nur noch leicht über der Inflation. Dieser Entwicklung stehen (zu) viele Shopping-Center-Projekte gegenüber.

Die Expansion internationaler Filialisten in Polen hält unvermindert an. 2013 gingen mehr als 30 Marken neu an den Start, z.B. Hollister, Bonita, Sports Direct oder Cos. Bereits ansässige Unternehmen etablierten neue Konzepte, z.B. Sinsay (LPP Group) oder H&M Home. Im Segment der kleinen bis mittleren Fachmarktzentren expandierten vor allem Bekleidungsdiscounter wie NKD oder KiK. Einige Filialisten zogen sich jedoch auch vom Markt zurück oder reduzierten die Zahl der Niederlassungen. Etablierte Shopping-Center, vor allem in Warschau, sind für die Mehrheit der Newcomer der bevorzugte Standort. Das Wachstum der Einzelhandelsumsätze in Polen dürfte in den kommenden Jahren über dem europäischen Durchschnitt liegen. Die Größe des Marktes und die hohe Konsumbereitschaft insbesondere der städtischen Bevölkerung sollten die Nachfrage internationaler Filialisten auf einem weiterhin hohen Niveau halten.

Im ersten Quartal 2014 öffneten mit Atrium Felicity in Lublin, Galeria Amber in Kalisz und Galeria in Siedlce gleich drei große Einkaufscenter ihre Pforten. Dadurch wuchs die Gesamtfläche um 140.500 auf über 8,6 Millionen Quadratmeter. Dazu kommen noch 1,3 Millionen Quadratmeter Fläche in Retail Parks, 1,87 Millionen Quadratmeter in Fachmärkten und 163.000 Quadratmeter in Outlet-Centern. Damit stieg die Shopping-Mall-Dichte auf 22,4 Quadratmeter pro 100 Einwohner und liegt damit über dem europäischen Durchschnitt von 19,1 Quadratmeter pro 100 Einwohner. Trotzdem gibt es noch weiße Flecken in Polen. Die Pipeline ist prall gefüllt. In den nächsten Jahren kommen 550.000 Quadratmeter neue Einkaufsflächen auf den Markt. Davon entfällt der Löwenanteil (87 Prozent) auf Einkaufszentren, gefolgt von Fachmarkt- (11 Prozent) und Outlet-Centern. 20 Einkaufszentren sind bereites in der Bauphase, darunter Sukcesja in ?ód? (45.000 Quadratmeter), Galeria Warmi?ska in Olsztyn (41.500 Quadratmeter) und Tarasy Zamkowe in Lublin (38.000 Quadratmeter). Acht weitere Shopping-Center werden derzeit revitalisiert bzw. erweitert.

Bei der Neuflächenproduktion haben die Investoren die kleineren Städte im Visier. Beinahe jedes zweite Shopping-Center wird in einer Stadt mit weniger als 100.000 Einwohnern errichtet. Die durchschnittliche Leerstandsquote betrug in den Ballungsräumen Ende 2013 im Einzelhandel rund 3,2 Prozent, um 0,6 Prozentpunkte mehr als noch vor einem Jahr. Dadurch werden, so Agnieszka Ko?at, Associate Director Retail Investment CEE, JLL, die Spitzenmieten kurz- bis mittelfristig stabil bleiben. Im Gegensatz zu den CBRE_experten, die die Spitzenmieten in Einkaufszentren in Warschau bei 80 bis 100 Euro sieht gehen die Experten von JLL von 85 bis 100 Euro aus. Günstiger kommen Mieter, so die Werte von JLL in Breslau (47 bis 55 Euro pro Quadratmeter), ?ód? mit 50 bis 55 Euro pro Quadratmeter und in Katowice (42 bis 55 Euro pro Quadratmeter) davon.