4 ASSE! Come play with us!

Entdecke die Wiener Hofburg. Los geht es auf dem Vorplatz der Albertina, ehe man durch die Beantwortung kniffliger Fragen zu den weiteren Stationen in der Hofburg gelangt.

10.12.2014 | Mittwoch vor 5 Jahren von Walter Delle-Karth

4 ASSE! Come play with us!

Entdecke die Wiener Hofburg. Los geht es auf dem Vorplatz der Albertina, ehe man durch die Beantwortung kniffliger Fragen zu den weiteren Stationen in der Hofburg gelangt.

Ein Hauch von Mystik umweht diese geheimnisvollen, mehr als zwei Meter hohen und außerordentlich schmucken Truhen. Was verbergen sie? Was steckt dahinter? Eines steht fest: Sie machen dieser Tage einen Spaziergang im Wiener Zentrum – im einzigartigen Gebäude-Ensemble der Wiener Hofburg – zu einem ganz besonderen, durchaus spektakulären Erlebnis.

Mehr als 100 Gäste, darunter so illustre Persönlichkeiten wie Moderatorin Cathy Zimmermann, Silvia Schachermayer, Geschäftsführerin der Miss Austria Corporation, oder die amtierende Miss Vienna Katharina Nahlik, wohnten Mitte Oktober in der Albertina der Eröffnung des Urban Art Projekts bei. Und staunten nicht schlecht. Auch Burghauptmann Reinhold Sahl geriet angesichts des völlig neuartigen und unvergleichlichen Konzepts ins Schwärmen: „Die Spannung, die historischen Stätten mittels modernster Technik erlebbar zu machen, hat uns von Beginn an fasziniert!“

4 Asse

So nennt sich die Aktion, hinter der eine internationale und trotz ihres jugendlichen Alters bereits außerordentlich renommierte Künstlergruppe unter der Leitung der Brasilianerin Pérola Bonfanti steckt. Dabei handelt es sich um eine moderne, virtuelle Spielart einer traditionellen Schnitzeljagd, der man sogleich Tribut zollte, auch geschmacklich. So wurden bei der Präsentation neben brasilianischen Köstlichkeiten auch alt-österreichische, panierte Delikatessen kredenzt ...

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Im Mittelpunkt des Interesses stand dennoch das ehrgeizige Projekt: „Das Ganze lebt von den Installationen und deren künstlerischer Umsetzung, dem geschichtlichen Background der besuchten Orte sowie der aktuellen Nutzung“, erklärte Philipp Kaufmann, der das ehrgeizige Vorhaben unter der Fahne von CC Real und mit seinem Bruder Fabian realisierte. Wobei eben das Gebäudeensemble der Wiener Hofburg, der Öffentlichkeit frei zugänglich, die perfekte Kulisse biete. Voraussetzung, um die Abenteuerreise zu beginnen, bildet eine kostenlose App für iOS- und Android-Geräte, designt vom Linzer Ars Electronica Center. Ein QR-Code an den Türknäufen der insgesamt fünf Installationen liefert – kurzerhand gescannt – die Eintrittskarte, also den Link zu den diversen App-Stores im Internet. Los geht es dann auf dem Vorplatz der Albertina, ehe man durch die Beantwortung kniffliger Fragen zu den weiteren Stationen am Josefplatz, am Schweizerhof, am Maria-Theresien-Platz und im Burggarten geführt wird.

Auf bisher nie dagewesene Weise verschmelzen Kunst, Technologie und öffentlicher Raum. Aha-Erlebnisse sind dadurch ebenso garantiert wie neue Perspektiven und Zusammenhänge bekannter Tatsachen und Plätze. Und die Affinität zu neuen Technologien wirkt dabei, wie sich herausstellte, sogar generationenverbindend. Jung und Alt sind gleichermaßen gefordert, obgleich mitunter in ihren unterschiedlichen Spezialgebieten.

Bild03 Kopie„Innerhalb kürzester Zeit haben wir ein Augmented Reality-Projekt umgesetzt, welches internationale Beachtung finden wird“, ist Michael Badics, Senior Director von Ars Electronica Solutions, jedenfalls überzeugt. Und bereits die ersten Wochen gaben ihm Recht. Hunderte Besucher ließen sich bereits begeistert auf das Abenteuer ein, widmeten ihre Aufmerksamkeit der phantasievollen und wissensreichen Eroberung diverser virtueller Schlüssel.

Damit erreichten auch die Partner des Kunstprojekts – Albertina, Kunsthistorisches Museum, Spanische Hofreitschule, Kaiserliche Schatzkammer sowie Burghauptmannschaft – bereits ein wesentliches Ziel, die Sehenswürdigkeiten als Anlaufstellen auf dem historischen Areal in neuem Licht erscheinen zu lassen. Eine Wirkung, der Burghauptmann Sahl entscheidenden Wert beimisst.

Das bringt freilich auch die Augen der Künstler zum Leuchten. Neben Pérola Bonfanti sind dies Nicolina, Marília Vasconcellos und Zel Nonnenberg, der dem aufmerksam lauschenden Publikum in der Abertina stellvertretend den Hintergrund erläuterte: „Wir beschäftigen uns mit der Bedeutung von Zeit im urbanen Raum und betrachten sie aus verschiedenen Blickwinkeln.“ Wobei die Absicht im Vordergrund steht, Menschen zu begeistern und spielerisch für die großen Fragen der Menschheit zu sensibilisieren.

Pérola Bonfanti hat sich auf urbane Interventionen und multimediale Kooperation spezialisiert, unter anderem bereits in den USA, Österreich, Israel, Frankreich, Argentinien, Uruguay und Brasilien ausgestellt. Die Arbeiten von Nicolina, Gründerin der Free Art Society in New York, schmücken den öffentlichen Raum in vielen Ländern wie zum Beispiel USA, Brasilien, Chile, Japan, China und Kuba. Sie erforscht auch, inwieweit Kunst im öffentlichen Raum ein urbanes Umfeld und dessen Bewohner verändern kann. Zel Nonnenbergs vornehmlich audiovisuelle Arbeiten sind bereits vielfach preisgekrönt. Last but not least hat sich Marìlia Vasconcellos als Fotografin weit über die Grenzen ihrer brasilianischen Heimat hinaus einen Namen gemacht. Zeit verschlingt, Zeit ist Ewigkeit, Zeit ist der exakte Moment – was stimmt? Durch das Lüften verschiedener Geheimnisse besteht nun im Verlauf des etwa einstündigen Wiener Parcours die Möglichkeit, sich sein persönliches Bild darüber zu machen – samt jeder Menge kreativem Spielraum. Die vier aus jedem Kartenspiel bekannten Asse stehen dabei für die vier Grundelemente Feuer, Wasser, Luft und Erde. Eine fünfte Karte, der Joker, versinnbildlicht die Menschheit.

Pérola Bonfanti brachte schließlich noch ihre Vision auf den Punkt: Sie strebe an, sagte sie vor der staunenden Menge, nicht nur einzelne Stationen in Wien auf diese sensationelle Art begehbar zu machen, sondern künftig ganze Städte und europäische Kulturzentren virtuell und künstlerisch miteinander zu verbinden.

Voraussichtlich bis Februar 2015 besteht jetzt vorerst noch die Möglichkeit, sich in Wien auf Zeitreise zu begeben, Altbekanntes neu zu entdecken und sich spielerisch mit Zukunft, Gegenwart und Vergangenheit auseinanderzusetzen. Frei nach dem Motto der 4 Asse: Come play with us!

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