ImmoFakten Pannenstatistik 2021: Der Streik der Starterbatterien

Corona hat im Jahr 2020 zu weniger Pannen-Einsätzen des ADAC geführt. Die Ausfallquote von Batterien ist jedoch noch höher als sonst.

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Pannenstatistik 2021: Der Streik der Starterbatterien

Das Jahr 2020 ist durch nichts so stark beeinflusst worden wie durch die Corona-Pandemie: So wenig Kontakte und so wenig Mobilität wie möglich, lautete die einzig mögliche Devise. Kein Wunder also, dass sich die Einschränkungen in der ADAC Statistik über die Autopannen niedergeschlagen haben.

3,4 Millionen Pannen, Hauptursache Starterbatterie

So waren die Straßenwachtfahrer und Mobilitätspartner des ADAC im Jahr 2020 bei vergleichsweise wenigen, nämlich "nur" 3,386 Millionen Pannen im Einsatz – ein Rückgang von knapp 10 Prozent gegenüber dem Jahr 2019. Die geringere Einsatzzahl entspricht in etwa dem Corona bedingt gesunkenen Verkehrsaufkommen. Der erste Lockdown im Frühjahr 2020 ließ das Verkehrsaufkommen auf deutschen Autobahnen kurzzeitig um fast 50 Prozent zurückgehen.

Trotz des ständigen Wechsels zwischen Lockdown und Lockerung bleibt es bei der üblichen Konstante: Die Batterie ist die häufigste Pannenursache. Und mit 46,3 Prozent aller Pannen rangierte der Wert sogar über dem Vorjahr von 41,8 Prozent. Grund des Anstiegs: In Autos, die wochenlang nicht bewegt werden, verlieren die Batterien ihre Spannung, die Autos springen nicht mehr an. Bester Beweis: Der ungewöhnlich hohe Peak bei den Batterieausfällen im April 2020, also direkt nach dem harten Lockdown.

Sonderauswertung: Die Pannen von Elektroautos

Immer häufiger wird nach den Pannenursachen bei Elektroautos gefragt. Deshalb hat der ADAC eine Sonderauswertung erstellt. Ergebnis: Auch hier sind entladene und defekte 12-Volt-Bordbatterien eindeutig die Hauptverursacher. Mit einem Anteil von 54 Prozent ist der bei Elektroautos sogar rund acht Prozent höher als bei Fahrzeugen mit einem konventionellen Benzin- oder Dieselantrieb.

Die Erklärung: Um ein Elektroauto in Betrieb zu nehmen, bedarf es wie bei jedem Auto einer Bordbatterie. Die sorgt nämlich dafür, dass sich die Türen öffnen und dass die Hochvoltspannungsversorgung aktiviert wird. Denn die Bordelektrik, das Licht oder das Infotainmentsystem arbeiten im Unterschied zum elektrischen Antrieb mit einer Spannung von 12 Volt. Der große Akku im Unterboden liefert dagegen Strom auf einer Spannungslage von meist 400 Volt, einige Autos wie der Porsche Taycan arbeiten sogar mit 800 Volt Spannungslage. Fällt dann aber die kleine 12-Volt-Batterie für die Bordelektrik aus, bleiben die Türen zu – und auch das aufgeladene Hochvoltsystem kann nicht aktiviert werden.

Defekte von spezifischen Bauteilen eines Elektroautos wie dem Akku, Elektromotor oder der Ladetechnik erweisen sich bisher als zuverlässig und tragen nur mit 4,4 Prozent zu den Pannen bei. Weil aber Elektroautos auf unseren Straßen im Durchschnitt noch deutlich jünger sind als die herkömmlichen Fahrzeuge, ist aber zu erwarten, dass verschleiß- und alterungsbedingte Pannen von E-Autos in den nächsten Jahren ansteigen werden.