Positionen & Meinungen Investment Werden Wohnimmobilien zur Risikoinvestition?

Eine deutsche Studie geht von einer Trendwende am deutschen Wohnimmobilienmarkt aus. Ab 2025 soll die Nachfrage zunehmend abnehmen.

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Werden Wohnimmobilien zur Risikoinvestition?

Den Immobilien-Boom der letzten Jahre in Deutschlands Metropolen hat eine 2007 veröffentlichte Studie des Münchner Instituts für Vermögensaufbau („Chancen und Risiken langfristiger Investitionen in deutsche Wohnimmobilien“) richtig vorausgesehen. Darin wird allerdings auch davon ausgegangen, dass der Markt ab 2025 zunehmend kippen wird. Aufgrund der demographischen Entwicklung, die auch die wichtigste Einflussgröße bei der langfristigen Immobilienpreisentwicklung sei, würde nämlich die Wohnflächennachfrage ab diesem Zeitpunkt mit zunehmender Dynamik abnehmen. 

Von einem Einbruch des Marktes geht der Studienautor und heutige Geschäftsführer der Münchner Capital Index, Andreas Beck, allerdings auch nicht aus. 

„Wir stehen vor einer Trendwende aber nicht vor einer Krise“, erklärt er im Rahmen eines Online-Expertengesprächs des Private Banking der Steiermärkischen Sparkasse. 

Klar sei, dass der Zeitpunkt kommen werde, wo die geburtenstarken Jahrgänge anfangen Wohnraum abzugeben. Dann wird nur kein Bedarf mehr besehen. 

„Die Wohnimmobilie wird mehr zur Risikoinvestition“, so Beck

Seine Empfehlung: Von der Risikoperspektive her, müssten Immobilien viel kritischer gesehen werden als in der Vergangenheit. 

„Der Immobilienmarkt ist generell sehr regional geprägt. Was Wien betrifft, ist die Entwicklung der Preise nicht allein auf der Demographie aufzubauen“, so Daniel Jelitzka, Geschäftsführer und Eigentümer der JP Immobiliengruppe

Er verweist auf den starken Nachfrageüberhang am Wiener Markt, der auch auf die hohe Lebensqualität zurückzuführen. Gleichzeitig sei die Bundeshauptstadt im internationalen Vergleich noch leistbar. „Auch wenn die Politik anderer Meinung ist.“ Die Nachfrage werde auch von der monetären Geldpolitik und den Mangel an Alternativen getrieben. Nicht zuletzt die Inflationsgefahr und negative Zinsen würden Wohnimmobilien weiter attraktiv machen. 

„Langfristig werden Immobilien eine relativ sorgenfreie Assetklasse bleiben – auch wenn die Zinsen wieder steigen sollten und damit der Druck auf die Preise zunimmt“, so Jelitzka

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