Immobilien Bau Das Wiener Cafe Prückel macht kurze Pause und wird renoviert

Lokal vom 29. Juli bis 19. August geschlossen - Neuer Innenanstrich und Polsterung der Sitzmöbel - Betreiber versprechen behutsames Vorgehen bei Adaptierungen

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Das Wiener Cafe Prückel macht kurze Pause und wird renoviert

Das kürzlich neu übernommene Wiener Cafe Prückel wird demnächst für drei Wochen geschlossen - wenn auch nur für Gäste. Betrieb wird im berühmten Ringstraßen-Kaffeehaus trotzdem herrschen, denn das Lokal wird renoviert. Während der sommerlichen Pause vom 29. Juli bis 19. August wird unter anderem die Polsterung der Sitzmöbel erneuert. Den Räumen wird auch ein neuer Innenanstrich verpasst. Die neuen Pächter versprechen, bei den Adaptierungen behutsam vorgehen zu wollen.

Im vergangenen Jänner hatte eine Betreibergesellschaft das Traditionscafe übernommen. Schon damals war versichert worden, dass etwaige Sorgen um das Ambiente unbegründet seien. Große Veränderungen könnte man aber ohnehin nicht vornehmen. Denn die 1955 von Oswald Haerdtl entworfene Einrichtung steht unter Denkmalschutz und darf nicht angetastet werden. Die damalige Umgestaltung gilt als Musterbeispiel einer gelungenen Modernisierung.

Der Betrieb wurde vom Radrennfahrer Maxime Lurion Anfang des 20. Jahrhunderts als Cafe Lurion eröffnet und schon bald darauf vom dauerhaften Namensgeber Wenzel Prückel übernommen. Anfangs setzte man auf den damals beliebten, äußerst üppigen Stil von Hans Makart. Die von Haerdtl propagierte Formensprache der 1950er-Jahre nahm sich dazu vergleichsweise schlicht aus.

Wie Geschäftsführer Thomas Hahn der APA berichtete, ist der Übergang Anfang des Jahres reibungslos verlaufen. Man wolle behutsam mit dem historischen Erbe und dem Flair umgehen, hielt er fest. Es habe weder am Interieur noch beim Angebot der Speisen und Getränke maßgeblich Änderungen gegeben. Dass die Stammgäste dem Cafe Prückel treu geblieben seien, sei eine echte Bestätigung für den Weg der behutsamen Fortführung des Betriebs. Dass neue dazugekommen seien, sei ebenfalls eine Auszeichnung.

Auch die Mitarbeiter, so wird betont, seien geblieben. "Aus vielen Gesprächen mit unseren Gästen wissen wir: Die Freude über wenig Veränderung ist sehr groß. Denn gerade darauf legen wir viel Wert, sowohl hinsichtlich des Ambientes als auch bei unserem Angebot", erläuterte Hahn. Doch auch kleine Änderungen, die vorgenommen wurden, dürften gut ankommen: "Besonders freut uns, dass wir von vielen Stammgästen hören, dass der Kaffee besser geworden ist."

Nun stehen größere Adaptierungen an. Man habe dafür eine Zeit gewählt, in der viele Gäste auf Urlaub seien, wird betont. Innen wird gestrichen und die Bezüge in Anlehnung an die originalen Stoffmuster erneuert. Sessel und Sofas zeigten zuletzt tatsächlich schon deutliche Gebrauchsspuren.

Auch dem Außenbereich widmet man sich. Es werden erste Vorbereitungen für einen neuen Schanigarten getroffen, der voraussichtlich im Laufe des September eröffnet wird. Weitere Arbeiten an der technischen Infrastruktur und der Ausstattung des Küchenbereichs folgen. Sie sollen so wie die Neugestaltung des Sanitärbereichs im Untergeschoss oder die geplante Verbindung zum Prückel-Theater 2025 umgesetzt werden.

Auch Co-Geschäftsführer Manfred Stallmajer, der für den wirtschaftlichen Bereich zuständig ist, versicherte: "Wir gehen bei allen Anpassungen mit voller Sorgfalt und großem Respekt vor dem historischen Erbe in puncto Architektur der Räumlichkeiten und Design des Interieurs vor." (apa)

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