Energiewende: Schon vor dem Start gescheitert

Auf den Punkt gebracht. Ohne Netzausbau scheitert die Energiewende. Dieser kostete aber nicht nur rund 10 Milliarden Euro. Er kostet vor allem Zeit. Diese haben wir aber nicht.

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Energiewende: Schon vor dem Start gescheitert

Je mehr die Energiewende Gestalt annimmt, desto deutlicher wird: Die Ziele der #mission2030 hängen entscheidend vom Ausbau der Netzinfrastruktur ab. Die Verteilernetze der Zukunft müssen viele dezentrale Produzenten vernetzen, Energiegemeinschaften integrieren und überdies noch den stärkeren Schwankungen gewachsen sein, die bei Wind- und Sonnenenergie natürlicherweise auftreten. Die Umstellung auf erneuerbare, CO2-freie Energie ist mit dem bestehenden Netz nicht zu schaffen. Ohne Netzumbau scheitert die Energiewende.

Das Forum Versorgungssicherheit ist die gemeinsame Plattform von fünf Verteilernetzbetreibern: Wiener Netze, Netz Niederösterreich, Netz Burgenland, Linz Netz und Netz Oberösterreich. Diese fünf Netzbetreiber wollen bis 2030 rund 10 Milliarden Euro in den Ausbau investieren, um die Energiewende zu ermöglichen. Doch für die erfolgreiche Umsetzung dieser Ausbaupläne braucht es noch zahlreiche Rahmenbedingungen.

Mit der #mission2030 will Österreich auf erneuerbaren und klimafreundlichen Strom umsteigen. Der gesamte Strom-Sektor soll in den kommenden acht Jahren bilanziell gesehen CO2-neutral werden. Dafür ist es notwendig, neben den Erzeugungskapazitäten in Österreich auch die Netze massiv auszubauen. Zentrales Puzzlestück dieses Unterfangens ist das Stromnetz: Es muss so umgebaut werden, dass große Mengen an Strom kurzfristig aufgenommen, abgegeben und verschoben werden können.

CO2-neutral klingt schön. Dafür braucht es aber zu den schon bestehenden rund 700 Windkraftanlagen rund 1.200 neue dazu. Allein das ist schon Herausforderung genug. Ohne Leitungsinfrastruktur - machen neue Windkraftanlagen wenig Sinn.

Klimaschutz muss oberste Priorität haben, heißt es dazu beim Forum Versorgungssicherheit. „Darunter benötigen wir eine sinnvolle Reihung.“ Könne man das Klima nicht retten, werde auch die vielen Bemühungen rund um Artenschutz, Biodiversität und Schutz von Tieren, Wald und Wasser ins Leere laufen. Hofer: „Netzausbau wird verhindert, wenn Grundsatzentscheidungen jedes Mal im Genehmigungsverfahren über Jahre hinweg diskutiert werden. Diese Zeit haben wir beim Klimaschutz nicht!“

Schön gesagt. Ich befürchte aber, dass sich nichts ändern wird.