Investment Kredite für Wohnbauzwecke boomen

Aktuell halten Rezession und Liquiditätsspritzen der EZB die Marktzinsen bei privaten Wohnbaukrediten niedrig. Wegen der zunehmenden Risiken bei Unternehmen und Negativrenditen bei Staatsanleihen forcieren Banken weiterhin die Vergabe dieser Kredite.

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Im Jahr 2020 stieg die Neuvergabe gegenüber dem Vorjahr um satte 12,3 Prozent auf 23.458 Milliarden Euro.

Allerdings war in den Monaten Oktober und November gegenüber dem Vorjahreszeitraum eine Verlangsamung der Wachstumsdynamik auf 2,7 Prozent festzustellen. Durch COVID-19 scheint der Immobilienmarkt in bestimmten Marktsegmenten zumindest vorerst in einen „Stand-By-Modus“ überzugehen. Das Immobilienangebot wird knapper. Sowohl Käufer als auch Verkäufer warten derzeit vermehrt ab, was die Zukunft bringt. 

Gleichzeitig waren langjährige Fixzinskredite so günstig wie noch nie. Die Zinskurve war weiter sehr flach. Daher lohnt es sich längere Fixzinsbindungen zu wählen. Einem durchschnittlichen Nominalzins von 1,106 Prozent für 10-jährige Fixzinsbindungen standen nämlich 1,225 Prozent bei 15-jährigen und 1,363 Prozent bei 20-jährigen Fixzinsbindungen gegenüber. Mittlerweile werden auch äußerst attraktive Fixzinssätze über 25 sowie 30 Jahren von Kreditinstituten angeboten. Mit geringem zusätzlichen finanziellen Aufwand lässt sich für Kreditnehmer also über einen langen Zeitraum das Risiko steigender Zinsen vermeiden. 

Allerdings ist fraglich, wie lange diese Konstellation anhält. Sowohl ein zu rascher Aufschwung im Zuge einer schnellen Verfügbarkeit weiterer Impfstoffe gegen Covid-19, als auch ein Firmenpleiten-Krisenszenario wären eine Basis, die Zinsen nach oben treiben können. Im Krisenszenario wären dabei sinkende Bonitäten von Banken und Staaten der Auslöser für einen Zinsanstieg. 

Aktuell scheinen die Märkte allerdings vordergründig von einer zügigen Wirtschaftserholung verbunden mit Wirtschaftswachstum und einer Eindämmung der Pandemie auszugehen. Dies ist jedenfalls aus der aktuellen Entwicklung der langfristigen Zins-Swapsätze abzulesen. In der Zeit zwischen 17.1.2021 und 17.2.2021 stiegen der Swapsatz für 15 Jahre um 0,18 Prozent und der Swapsatz für 20 Jahre um beachtliche 0,27 Prozent! Beide Swapsätze haben somit das negative Terrain hinter sich gelassen. Sollte dieser Trend nachhaltig anhalten, so wird es für neue Kreditnehmer zu Verteuerungen bei den Fixzinssätzen kommen, wobei langfristig Fixzinssätze relativ mehr ansteigen würden.

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