International Optimistische Prognose für den europäischen Immobilienmarkt

Die Wirtschaft hat sich im vergangenen Jahr positiv entwickelt, obwohl die Corona-Krise noch nicht ganz überwunden ist. Zu diesem Ergebnis kommt der von BNP Paribas REIM veröffentlichte Report „The Lighthouse H2 2021 – A European Property Market Outlook”.

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Optimistische Prognose für den europäischen Immobilienmarkt
„Es ist von einer positiven Entwicklung des Immobilienmarkts auszugehen. Dies ist zurückzuführen auf das starke Wirtschaftswachstum, die hohe Inflation sowie niedrige Anleiherenditen, die sich auch zukünftig auf diesem Niveau bewegen dürften. Aufgrund der negativen Realzinsen richten viele institutionelle Investoren ihren Fokus verstärkt auf Privat- und Sachanlagen. Immobilieninvestitionen passen da perfekt zu dieser Strategie. Unsere Marktanalyse zeigt zudem eine erhöhte Investorennachfrage in Bezug auf ESG-Aspekte. Das Engagement von BNP Paribas REIM in diesem Bereich wird durch unsere Roadmap und unsere Zielsetzungen bis 2025 verdeutlicht”, erläutert Maarten van der Spek, Global Head of Strategy bei BNP Paribas REIM. 
„Aktuell sieht es so aus, dass sich der deutsche Immobilienmarkt in diesem Jahr positiv entwickeln wird. Eine Reihe größerer, laufender Transaktionen wurden mit ins neue Jahr genommen, sodass wir von einem dynamischen ersten Quartal ausgehen. Sollte das Wirtschaftswachstum nach dem Übergang von der pandemischen in die endemische Phase und der Überwindung der Lieferengpässe voll anspringen und entsprechende Nachholeffekte wirksam werden, dürfte sich die positive Entwicklung noch einmal spürbar beschleunigen. Insbesondere ESG-Themen werden zunehmend wichtiger, worin wir spannende Investitionschancen für Anlegergruppen mit entsprechendem Know-how sehen, um ältere Bestände zukunftssicher zu entwickeln“, so Claus Thomas, CEO von BNP Paribas REIM Germany. 

Die wichtigsten Ergebnisse des Lighthouse Reports im Überblick

  • Strukturell höheres Inflationsniveau bis mindestens 2023 

Aufgrund der deutlichen Konjunkturerholung nach der Coronakrise ist für das Jahr 2021 in ganz Europa von einem positiven BIP-Wachstum auszugehen. Gleichzeitig hat die Krise zu einem Anstieg der Rohstoffpreise und der Baukosten geführt, was sich insbesondere auf Projektentwicklungen und damit auf die Mieten auswirkt. Mit einem deutlichen Anstieg der Anleiherenditen ist jedoch nicht zu rechnen. Der Immobilienmarkt ist ausgezeichnet positioniert, um hohe Renditen zu generieren und so einen positiven Beitrag zu den Portfolios der Investoren zu leisten. 

  • Wertsteigerung durch starken Fokus auf ESG-Aspekte 

Zahlreiche Berichte unterstützen die Bedeutung von Nachhaltigkeitsaspekten und einen dringenden Handlungsbedarf der Immobilienbranche, nicht zuletzt, weil weitere staatliche Vorschriften zur Verbesserung der CO2-Bilanz von Unternehmen zu erwarten sind. Immer mehr Investoren berücksichtigen ESG-Aspekte und integrieren diese in ihre Anlagestrategien, da nachhaltige Anlagen nachweislich höhere Renditen erzielen. Angesichts des begrenzten Bestands an nachhaltigen beziehungsweise energieeffizienten Immobilien steht der Immobiliensektor vor der Herausforderung, sich anzupassen und Lösungen anzubieten, die dieser Nachfrage gerecht werden. Dies dürfte zu einem erhöhten Preisdruck führen, stellt jedoch auch eine Möglichkeit zur Ausschöpfung von Sanierungs- und Entwicklungspotenzialen dar. 

  • Gesundheitsimmobilien weisen größtes Renditepotenzial in den nächsten fünf Jahren auf 

Der Gesundheitssektor scheint von der Krise profitiert zu haben, da er wirtschaftlichen und demografischen Trends unterliegt, wie zum Beispiel dem Anstieg des Bevölkerungsanteils älterer Menschen und der Zunahme chronischer Krankheiten. Dies trägt zu einer höheren Investorennachfrage bei. Gesundheitsimmobilien dürften eine bessere Wertentwicklung als traditionellere Anlageklassen verzeichnen. Sie profitieren von den höchsten Gesamtrenditen innerhalb des aktuellen Anlageuniversums, einem Mangel an erstklassigen Objekten, hohen Renditen und steigenden Mieten. 

  • Weiterhin Outperformance von Großbritannien gegenüber Kontinentaleuropa erwartet 

Großbritannien dürfte gegenüber dem restlichen Europa in den kommenden Jahren besser abschneiden, da das Land in den meisten Sektoren zu den performancestärksten Märkten zählt, was auf relativ hohe Renditen und eine robuste wirtschaftliche Erholung zurückzuführen ist. 

  • Fachmarktsegment besonders attraktiv 

Fach- und Baumärkte sowie Fachmarktzentren haben in der Krise am meisten zugelegt. Der Anteil der Fach- und Supermärkte am Transaktionsvolumen hat sich von 2014 bis 2021 mehr als verdoppelt und wird in diesem Jahr 68 % erreichen. Im Gegensatz zu Einkaufszentren und High-Street-Objekten, die unter der Coronakrise litten, werden Fachmärkte dank solider Mieten und hoher Renditen auch weiterhin gute Erträge erzielen. 

  • Das Büro ist tot – lang lebe das Büro! 

Infolge der Lockdown-Maßnahmen und der massiven Ausweitung von Homeoffice bestand eine gewisse Unsicherheit hinsichtlich der künftigen Rolle von Büroarbeitsplätzen. Trotz allem generieren Büroinvestitionen mit 30 % weiterhin den größten Anteil am Gesamtinvestitionsvolumen. Das Angebot an erstklassigen Büroimmobilien ist knapp, das Mietniveau ist hoch und das Investoreninteresse an diesem Sektor ist ungebrochen, insbesondere im Spitzensegment. Unternehmen konzentrieren sich auf erstklassige Gebäude in zentralen Top-Lagen, die eine ausgezeichnete Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr und eine breite Palette von Gebäudedienstleistungen aufweisen sowie den aktuellen Umweltstandards entsprechen. 

  • Verlangsamung der aktuell starken Dynamik im Logistiksegment erwartet 

Der Logistiksektor profitiert weiterhin vom Aufschwung des Onlinehandels, obwohl Berichten zufolge lediglich 25 % des europäischen Logistikumsatzes in der ersten Jahreshälfte 2021 auf Unternehmen aus diesem Bereich entfielen. Aufgrund der großen Investorennachfrage sind die Renditen hier unter Druck geraten und liegen nun sehr nahe am Niveau der Bürorenditen. Zu erwarten ist ferner ein deutlicher Mietanstieg, der auf die steigende Nachfrage und das knappe Angebot zurückzuführen ist. 

  • Investoren erhöhen Portfolio-Anteil von Wohnimmobilien 

Institutionelle Anleger investieren heute mehr denn je in Wohnimmobilien, die sich während der Krise als widerstandsfähig erwiesen haben und häufig ein Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage aufweisen. Die relativ stabilen Ertragsströme und Renditen in Verbindung mit der geringen Volatilität bei wirtschaftlichen Abschwüngen sind in der aktuellen Krisenzeit besonders attraktiv. 

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