Zahlungsflüsse von angeschlagener Immogruppe beschäftigen Justiz

"Kurier" berichtet von "millionenschweren Malversationen" bei VMF/VKM-Immobiliengruppe - WKStA ermittelt wegen schweren Betrugs und Untreue

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Zahlungsflüsse von angeschlagener Immogruppe beschäftigen Justiz

Wien(APA) -

Die Pleiten rund um die österreichische Immobiliengruppe VMF/VKM beschäftigen auch die Justiz. Der "Kurier" (Freitag) berichtete von "dubiosen Zahlungsflüssen" und "millionenschweren Malversationen", die nun die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) auf den Plan gerufen hätten. Die mutmaßlich Geschädigten sollen dem Bericht zufolge Banken und tausende Anleger sein.

Wie die WKStA der APA bestätigte, wird in diesem Zusammenhang gegen zehn namentlich bekannte Beschuldigte und weitere unbekannte Täter wegen des Vorwurfs des schweren Betrugs und der Untreue ermittelt. Gegenstand der Ermittlungen sei der Verdacht, dass die Beschuldigten "wahrheitswidrig gegenüber Banken vorgaben, Miteigentumsanteile an Liegenschaften erwerben zu wollen, um von den Banken entsprechende Kredite dafür zu erhalten".

Involvierten Treuhändern werde zudem vorgeworfen, die Kreditbeträge "treuwidrig", insbesondere ohne grundbücherliche Besicherung, ausbezahlt zu haben. Laut "Kurier" geht es um 40 Mio. Euro, die treuwidrig verschoben worden sein sollen. Die Insolvenzverwalter der betroffenen Projektgesellschaften versuchten nun, die Zahlungsflüsse nachzuvollziehen und die Vorgänge aufzuarbeiten. Vonseiten der Beschuldigten würden die Vorwürfe bestritten, heißt es in dem Bericht.

Auf APA-Anfrage antwortete die Rechtsanwaltskammer Wien folgend: "Die aktuellen Vorwürfe gegen einzelne wenige Mitglieder im Zusammenhang mit der Abwicklung von Treuhandschaften sind schwerwiegend und bedürfen einer umfassenden - auch strafrechtlichen - Aufklärung, im Interesse aller Beteiligten, auch der Rechtsanwälte", hieß es in einer schriftlichen Stellungnahme. Wie der aktuelle Fall letztlich zu bewerten sei und wie man mit einem potenziellen Schaden umzugehen habe, sei vor einer gerichtlichen Klärung "nicht zu beantworten", so die Rechtsanwaltskammer-Vertreter.

Nach einer mehrjährigen Boomphase sind im vergangenen Jahr viele Immobilienentwickler durch stark gestiegene Baukosten und Zinsen unter Druck geraten, bekanntestes Beispiel ist wohl die Signa-Gruppe rund um den Tiroler Investor René Benko. Auch die Immobiliengruppe VMF/VKM schickte im Frühjahr 2024 mehrere Tochtergesellschaften in die Insolvenz. Betroffen sind dabei auch viele Privatanleger, die nun mit ihren über Crowdinvesting-Plattformen vermittelten Nachrangdarlehen durch die Finger schauen. (apa)