Parahotellerie in den Städten

Airbnb verzeichnet Umsatzeinbruch

Auch die 20% Kommission, die pro Buchung an Airbnb fließen und die Anzahl an angebotenen Wohnungen sind innerhalb von vier Wochen in Deutschlands Hauptstadt gesunken.

von Amelie Miller - Redakteurin
Parahotellerie in den Städten Foto: Mischa Nawrata for MRP / Martin Schaffer, MRICS, MRP Hotel Development

Parahotellerie in den Städten

Airbnb verzeichnet Umsatzeinbruch

Auch in Wien werden sich erste negative Auswirkungen sicherlich bald bemerkbar machen. Denn auch Airbnb hat aufgrund der aktuellen Situation und eingeschränkten Reise- bzw. sogar Ausgangssperren mit massiven Stornierungen zu kämpfen. Durch die weltweite Krise fallen Freizeitreisende als wesentlicher Bestandteil von Airbnb‘s Zielgruppe langfristig aus. Hinzu kommen die ausbleibenden Businessreisenden. Somit ist zunächst davon auszugehen, dass der Airbnb Markt in eine Art “Frühjahrsschlaf” verfallen wird. 

Unmut bei den Vermietern erzeugte in den letzten Tagen die Entscheidung von Airbnb, die Stornogebühren für Gäste, die vor dem 14.3.2020 für den Zeitraum von 14.3.2020 bis 14.4.2020 gebucht haben, vollständig zu erlassen, da es zu einem kompletten Einnahmenausfall kommt.

„Die Stimmung bei Airbnb ist in jedem Fall längst nicht mehr so positiv, wie wir es von dem Startup gewohnt sind: Aufgrund der von dem Unternehmen ausbleibenden Stornogebühren empfinden einige der Vermieter einen „Vertrauensbruch“, sodass die Möglichkeit besteht, dass in Zukunft viele Airbnb-Hosts sich nach Alternativen umsehen und ihre Immobilie bald auf mehreren Websites gleichzeitig anbieten werden,“ weiß Martin Schaffer, Geschäftsführer und Partner von MRP hotels.

Wenn ein Gastgeber/Mieter die Wohnung auf den Vermietungsmarkt verlagert, wird der Home-Sharing-Anbieter (Airbnb und/oder andere) offensichtlich darunter leiden, sich allerdings der Wohnungsmarkt in zahlreichen Städten wieder leicht entspannen. 2019 veröffentlichte Emperica, dass im Jahr 2018 rund 2.600 Wohnungen in Berlin als Wohneinheiten einzustufen waren, die der Hauptstadt wirklich Wohnraum entziehen. Dies entspricht rund 1,5 Prozent des zukünftigen Wohnungsneubaubedarfs. Ein “Wohnraumentzug” liegt dann vor, wenn eine Kurzzeitvermietung gegenüber einer Langzeitvermietung rentabler ist. Es ist ein geringer, aber immerhin nicht unerheblicher Anteil an Wohnungen, die der sogenannten “Zweckentfremdung” zugeordnet werden.

„Wenn Airbnb Angebote zurückgehen, darüber hinaus Hotels bessere Konditionen mit Stornobedingungen etc. für den Gast bieten, die Raten sich zunächst einmal unter dem Normalniveau bewegen, könnten auch die Hotels von einem Rückgang der Airbnb Angebote profitieren," meint Martin Schaffer.

Noch ist unklar, welche Auswirkungen die derzeit ausbleibenden Leisure und Business Gäste auf den Markt haben werden. Immerhin besteht die Hoffnung, dass die Corona-Krise zumindest in Teilen auch positive Veränderungen bzw. Impulse mit sich bringt. Wir werden die Entwicklungen weiterverfolgen und uns selbst ein Bild davon machen müssen, welche Annahmen sich bewahrheiten werden und wer möglicherweise als Sieger aus der derzeitigen Krise hervorgehen wird.