Städtevergleich Österreich: Welcher Hotelmarkt hat die Nase vorn?

Die rund 13.000 österreichischen Hotels bilden mit insgesamt 600.000 Betten über 70 Prozent der Gesamtkapazität aller Beherbergungsbetriebe Österreichs und sind somit das Rückgrat des heimischen Tourismus.

10.12.2014 | Mittwoch vor 5 Jahren von Lukas Hochedlinger

Städtevergleich Österreich: Welcher Hotelmarkt hat die Nase vorn?

Die rund 13.000 österreichischen Hotels bilden mit insgesamt 600.000 Betten über 70 Prozent der Gesamtkapazität aller Beherbergungsbetriebe Österreichs und sind somit das Rückgrat des heimischen Tourismus.

Rund ein Drittel der insgesamt 133 Millionen Nächtigungen entfallen allein auf Wien, das Rekord auf Rekord meldet. Parallel stieg jedoch das Zimmerangebot Wiens stark, so dass Investoren und Betreiber sich inzwischen nach anderen lukrativen Standorten umsehen.

Neben Wien als beliebtester Städtedestination Österreichs sind auch einige Landeshauptstädte gleichermaßen attraktiv für Geschäftsreisende wie Touristen. Obwohl diese Hotelmärkte „nur“ maximal ein Viertel der Nächtigungen Wiens verzeichnen, hat sich das Verhältnis von Angebot und Nachfrage mancherorts gesünder entwickelt als in Wien.

Unser aktueller Städtevergleich (http://www.christie.com/de/publikationen) erbrachte interessante Fakten: In den fünf untersuchten Städten Wien, Salzburg, Innsbruck, Graz und Linz nahm die Nachfrage (Nächtigungen) innerhalb der letzten zehn Jahre in unterschiedlichem Ausmaß zu. Wien legte bei den Nächtigungen um mehr als die Hälfte zu, dagegen stieg die Nachfrage in Innsbruck „nur“ um gut ein Viertel (27 Prozent). Parallel stieg das Angebot. Die meisten neuen Hotelzimmer entstanden in Wien, gefolgt von Graz und Salzburg; das geringste Angebotswachstum gab es in Linz und Innsbruck.

Geht es jedoch um die Unterscheidung von Angebots- und Nachfragewachstum, dann haben die „Provinzstädte“ die Nase vorn. Obwohl in allen Städten im Vergleich die Nachfrage (Nächtigungen) stärker anstieg als das Zimmerangebot, schneidet Wien am schlechtesten ab. Das beste Verhältnis zeigt Innsbruck, gefolgt von Linz und Graz. Aufgrund der in Wien noch entstehenden Hotelprojekte wird sich dieses Missverhältnis mittelfristig wohl noch verstärken.

Die Hotellerie der Landeshauptstädte hat demnach von der relativ geringeren Nachfrage nach Hotelimmobilien „in der Provinz“ profitiert. Dies untermauern auch die erzielten Zimmererlöse: Während sie in Wien 2013 leicht rückläufig waren, stiegen sie in Salzburg und Linz. Das Interesse an Hotelinvestments in den Landeshauptstädten steigt spürbar an. Aus Investorensicht ist und bleibt Wien dennoch der interessanteste Hotelmarkt Österreichs und wird seine Vorreiterrolle auch künftig behaupten. Aber auch die hidden champions in den Bundesländern sind groß im Kommen.