Infrastruktur Asfinag mit kräftigem Überschuss - Maut wird 2024 deutlich teurer

Viel Verkehr auf den Urlaubsrouten - Vorstand Hufnagl: Kein Auftrag für Waldviertelautobahn absehbar - Heuer Rückgang beim Lkw-Verkehr erwartet - Höhe Bauprogramm 2023: 1,4 Milliarden Euro

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Asfinag mit kräftigem Überschuss - Maut wird 2024 deutlich teurer

Die staatliche Autobahnholding Asfinag hat 2022 mit ihren 3.000 Mitarbeitern einen Überschuss von 851 Mio. Euro eingefahren - das zweitbeste Ergebnis seit Bestehen, ein Jahr zuvor waren es 755 Mio. Euro. Die Verbindlichkeiten wurden um 293 Mio. Euro auf 10,46 Mrd. Euro reduziert, 1,1 Mrd. Euro wurden in das hochrangige Straßennetz investiert. Die Dividende für den Staat beträgt 235 Mio. Euro. 2024 werden die Mauten, entsprechend der Jahresinflation, um 8,6 Prozent verteuert.

Nach den starken Einschränkungen durch die Covid-Pandemie hat es 2022 ein Rückkehr des Pkw auf den Autobahnen und Schnellstraßen gegeben. Mehr als zehn Prozent legte der Autoverkehr im Vergleich zu 2021 zu, blieb aber dennoch deutlich unter der Fahrleistung des Vorkrisen-Niveaus. Beim Lkw-Verkehr herrschte Stagnation im Vergleich zum Vorjahr. Über alle Fahrzeuge hinweg gab es ein Plus gegenüber 2021 von 9,2 Prozent, so die beiden Asfinag-Vorstände Josef Fiala und Hartwig Hufnagl. Für heuer erwartet Fiala einen Rekord bei den Pkw-Vignetten, wobei schon 70 Prozent von ihnen digital "geklebt" werden.

Das höhere Verkehrsaufkommen schlug sich auch bei den Erlösen 2022 nieder. Mit knapp 2,4 Mrd. Euro liegen diese um fast sechs Prozent über dem Ergebnis von 2021. Mit einem Erlösplus von mehr als 30 Prozent auf den Streckenmaut-Abschnitten zeige sich das Pkw-Comeback speziell auf den bekannten Urlauberrouten wie Brenner, Tauern oder Pyhrn deutlich. Um rund 18 Prozent stiegen die Erlöse in der Pkw-Gesamtbetrachtung, während sie sich beim Lkw um 1,3 Prozent erhöhten, rechnete die Asfinag heute vor. 1,677 Mrd. Euro zahlte der Schwerverkehr 2022 an Maut, bei den Pkw waren es 766 Mio. Euro.

Zu heuer meinten die Asfinag-Vorstände: "Wir gehen von einem wirtschaftlich schwierigen Jahr 2023 aus - in erster Linie bedingt durch gedämpfte Wirtschaftsprognosen, dem Abschwung bei den Lkw-Zuwächsen und den Steigerungen der Kosten bei Leistungen und Materialien. Diese volatile Wirtschaftslage ist somit eine große Herausforderung - gerade deswegen ist jedoch unser Investitionsprogramm für 2023 in Höhe von mehr als 1,4 Milliarden Euro wichtig." Beim Schwerverkehr erwartet die Autobahnholding heuer einen Rückgang von zwei Prozent.

Bei der von der FPÖ NÖ angestrebten Waldviertelautobahn gab sich Asfinag-Vorstand Hufnagl, der einst im Kabinett der FPÖ-Verkehrsminister Hubert Gorbach und Norbert Hofer arbeitete, sehr zurückhaltend. Es gebe keinen Auftrag dafür und es sei in nächster Zeit auch keiner absehbar.

Die Schwerpunkte des heurigen Bauprogramms würden auf der Erhaltung einer möglichst langlebigen Infrastruktur liegen. Außerdem werde es in den kommenden Jahren zu massiven Investitionen im Bereich Lärmschutz kommen, so wird es entlang der S33 bei Herzogenburg erstmals eine Schutzwand aus Schilf geben. Insgesamt fließen in die Lärmschutzwände jährlich 100 Mio. Euro. Weiters am Plan steht der Ausbau von E-Ladestationen, ein neues Rastplatzkonzept sowie der Einsatz von alternativen Energien. 130 Gigawattstunden (GWh) Strom verbraucht die Asfinag im Jahr, 47 Prozent davon alleine für die Tunneln.

Von den 1,437 Mrd. Euro für das Bauprogramm 2023 gehen 784 Mio. Euro in die Sanierung, die drei größten Brocken sind dabei der Arlbergtunnel, die Generalsanierung mehrerer Tunneln auf der Tauernautobahn und Sanierung der Aurachbrücke, die Teil der Westautobahn ist.

Wobei laut ÖAMTC mehr für die Autofahrer drinnen wäre, würde der Staat nicht die Dividende abziehen. "Würde der Bund darauf verzichten, der Asfinag Kapital zu entziehen, das eigentlich für die Finanzierung der Autobahnen und Schnellstraßen gedacht ist, hätte die Asfinag seit 2011 den doppelten Betrag an Schulden zurück zahlen können. Der Mobilitätsclub fordert daher die Dividendenzahlungen zu stoppen und die Einnahmen der Asfinag tatsächlich für die Infrastruktur und den Schuldenabbau einzusetzen, wie es auch auf der Rückseite einer jeden Klebevignette versprochen wird", so der Klub zur APA.

Von den 2,666 Mrd. Euro an Einnahmen der Asfinag kommen übrigens 105 Mio. Euro an Strafen nach der Straßenverkehrsordnung. 80 Prozent dieser Einnahmen gehen an die Autobahnholding, dies sei auch bei den Gemeinden so.

Während viele Firmen über Mitarbeitermangel klagen, ist man bei der Asfinag noch eher entspannt, wobei es im Baubereich schon schwierig werde Personal zu finden. Für rund 1,8 Prozent der Arbeitsplätze würden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gesucht. (apa)

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von Patrick Baldia 2 Minuten Lesezeit