Wohnen Neue Heimat Tirol - Weniger Wohnungsübergaben, viel in der Pipeline

258 Wohnungen 2023 fertiggestellt und übergeben - 1.122 befinden sich im Bau - 2024 Rekord angepeilt

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Neue Heimat Tirol - Weniger Wohnungsübergaben, viel in der Pipeline

Der gemeinnützige Tiroler Wohnbauträger Neue Heimat Tirol (NHT) hat im Jahr 2023 insgesamt 258 Wohnungen fertiggestellt und übergeben. Damit lag man deutlich unter dem Wert des Vorjahres mit 434 fertiggestellten Einheiten. 1.122 Wohnungen würden sich allerdings derzeit in Bau befinden. "Damit dürften wir nächstes Jahr einen neuen Höchststand bei den Wohnungsübergaben erreichen", erklärte der scheidende NHT-Geschäftsführer Hannes Gschwentner.

Mit der beträchtlichen Zahl der quasi in der Pipeline befindlichen Wohnungen erkläre sich auch die geringere Anzahl im heurigen Jahr, sagte Gschwentner zur APA am Montag. Denn man habe es mit einigen größeren Bauvorhaben zu tun, die auch eine entsprechende längere Bauzeit mit sich bringen würden beziehungsweise sich über zwei Jahre erstreckten. Generell zeigten sich die NHT-Verantwortlichen - neben Gschwentner ist das der zweite Geschäftsführer Markus Pollo - wesentlich optimistischer als noch im vergangenen Jahr. Damals hatte man angegeben, dass aufgrund der gestiegenen Kosten auch weniger Projekte gestartet hätten werden können.

Nachdem der private Markt "völlig eingebrochen" sei, würden die gemeinnützigen Bauträger wie die NHT wieder eine verstärkte Nachfrage spüren, so Gschwentner, der früher Landeshauptmannstellvertreter und SPÖ-Landesparteivorsitzender war. Hinzu komme: Die Grundstückspreise in Tirol seien zwar nach wie vor "hoch und für uns kaum leistbar". Aber er spüre etwa mehr Aktivität der Gemeinden, Vorbehaltsflächen für den geförderten Wohnbau bereitzustellen. Gschwentner rechnete indes damit, dass es dabei bleiben werde, dass die Neue Heimat auch in Zukunft im langjährigen Schnitt 450 bis 500 Wohnungen pro Jahr fertigstellen und übergeben könne. Dies sei "eine gute Leistung."

Seit seinem Amtsantritt im Jahr 2013 habe das jährliche Bauvolumen um 37 Prozent gesteigert und damit die Marktstellung als größter gemeinnütziger Bauträger in Westösterreich abgesichert werden können. Über 5.000 Wohnungen seien in den letzten elf Jahren übergeben worden. Mit den Modernisierungsprojekten der alten Südtiroler Siedlungen sei darüber hinaus eine Initiative gestartet worden, die weit über die "Ära Gschwentner" hinausreiche. "Allein diese Großprojekte sehen in den nächsten Jahren Investitionen von knapp einer Milliarde Euro vor", betonte der technische Geschäftsführer.

Unterdessen blieb die Teuerung laut den Verantwortlichen eine besondere Herausforderung im heurigen Jahr. "Wir mussten unsere Projekte zwei- bis dreimal adaptieren, um innerhalb der Kosten zu bleiben. Zusätzlich haben wir 26 Mio. Euro an Rücklagen aufgelöst, um Kostenexplosionen bei den Baukosten bzw. auch den Mieten abzufedern", sagte Geschäftsführer Pollo. Positive Nachrichten gebe es hingegen bei den Heizkosten. "Wir konnten kürzlich die Verhandlungen mit der Tigas abschließen und wesentliche Kostenersparnisse für unsere Mieter:innen im neuen Jahr erreichen", unterstrich Pollo.

Sein Kollege Gschwentner wird jedenfalls mit Jahresende in Pension gehen. Im folgt in dieser Position ein der Politik ebenfalls nicht gerade Fernstehender: Ex-ÖVP-Landesrat Johannes Tratter. (apa)

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