International Starker Preistrend bei Schweizer Ferienwohnungen schwächt sich ab

Stagnierende oder leicht sinkende Preise erwartet

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Starker Preistrend bei Schweizer Ferienwohnungen schwächt sich ab

Ferienwohnungen sind in der Schweiz im Zuge der Coronapandemie deutlich teurer geworden. Das Arbeiten im Homeoffice und das wachsende Bedürfnis, Ferien in den Bergen zu verbringen, hatten bei Zweitwohnungen einen Boom ausgelöst. Doch nun zeichnet sich eine Trendwende ab.

"Die Nachfrage nach Zweitwohnungen war nach Ausbruch der Pandemie explodiert", sagte Claudio Saputelli, Leiter Swiss & Global Real Estate bei der UBS, am Freitag an einer Telefonkonferenz. Wie sich aber nun zeige, sei reines Arbeiten im Homeoffice eine Illusion und mit den höheren Zinsen steigen die Kosten für die Ferienwohnung stark.

Laut der regelmäßig von der Großbank durchgeführten Studie zum Zweitwohnungsmarkt in wichtigen Tourismusdestinationen der Alpen, sind die Preise für Ferienwohnungen bis im ersten Quartal 2023 auf Jahressicht noch um deutliche 7 Prozent angestiegen, nach einem Plus von 9 Prozent im Jahr davor.

Der Trend stark steigender Preise habe sich jedoch seit Herbst spürbar abgeschwächt, erklärte Immobilienexperte und Studienautor Maciej Skoczek. Er geht davon aus, dass sie künftig stagnieren oder gar leicht sinken werden. Gründe seien hohe Nutzungskosten, die Normalisierung der Nachfrage sowie das wachsende Angebot.

Mittlerweile sind Ferienwohnungen laut Skoczek ein Luxusgut geworden. Im Durchschnitt aller betrachteten Ferienregionen sei der Quadratmeterpreis im Vergleich zum Vorpandemieniveau um beinahe ein Viertel auf etwa 12.000 Franken (12.361 Euro) angestiegen. Weitaus am stärksten war die Zunahme mit knapp 60 Prozent in Arosa (13.400 Franken).

Nach wie vor am teuersten ist aber der Kauf einer Ferienwohnung im Nobelort St. Moritz mit Preisen ab 20.500 Franken je Quadratmeter. Dabei würden in dieser Rechnung, wie auch in der gesamten Studie, nur Wohnungen von "guter Qualität" und keine Luxuswohnungen miteinbezogen, stellte der UBS-Experte klar.

An zweiter Stelle liegt Flims/Laax mit einem Quadratmeterpreis von über 17.000 Franken, gefolgt von Gstaad mit knapp 17.000 Franken. Und auch in Zermatt, Davos/Klosters, der Jungfrau Region sowie in Andermatt würden hohe Preise von rund 16.000 Franken verlangt. Auf diesem Niveau liege mit Kitzbühel der teuerste Ort außerhalb der Schweiz.

Günstiger sind indes Wohnungen im Wallis wie etwa im Kurort Leukerbad (6.200 Franken), in Anzère (6.300 Franken) oder Evolène (6.600 Franken) zu haben. Die Experten begründeten dies unter anderem mit dem höheren Angebot. Zudem profitierten das Bündnerland und Innerschweizer Orte von der Nähe zum Großraum Zürich.

Hohe Preise und Nutzungskosten einer Ferienwohnung: Das wirft die Frage auf, ob es nicht günstiger ist, für Ferien jeweils ein Hotelzimmer zu buchen. Denn die jährlichen Kosten beim Erwerb einer Wohnung, bestehend aus Kapitalkosten, Eigenmietwert und Unterhalt, haben sich laut der UBS seit 2019 auf rund 50.000 Franken verdoppelt.

Die Attraktivität von Ferienwohnungen gegenüber der Hotellerie habe zumindest finanziell klar abgenommen, hielt UBS-Experte Skoczek fest. In einer vereinfachten Rechnung unter der Annahme, dass die Ferienwohnung 12 bis 14 Wochen im Jahr genutzt wird, koste die Nacht in der Wohnung um die 800 Franken. (apa)

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