ImmoFakten Wohnkosten 2012 bis 2022 weniger gestiegen als Haushaltseinkommen

Zumindest von 2012 bis 2022 sind die Wohnkosten aber sogar etwas weniger gestiegen als die verfügbaren Haushaltseinkommen

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Wohnkosten 2012 bis 2022 weniger gestiegen als Haushaltseinkommen

Die Steigerungen der Wohnkosten im allgemeinen und der Mieten im Besonderen sind angesichts der hohen Inflation ein großes Thema. Zumindest von 2012 bis 2022 sind die Wohnkosten aber sogar etwas weniger gestiegen als die verfügbaren Haushaltseinkommen, so Statistik-Austria-Generaldirektor Tobias Thomas. Es gebe auch keine Indikatoren, dass sich das in nächster Zeit ändern wird.

Im Schnitt geben Österreichs Haushalte etwa 16 Prozent ihres Einkommens für Wohnen aus. Es gibt aber einen riesigen Unterschied zwischen Hauseigentümern und Mietern. Während erstere nur zehn Prozent ihres Einkommens für das Wohnen ausgeben, ist es bei Mietern etwa ein Viertel. Die Daten zeigen, dass Wohnen im Eigentum auch unter Berücksichtigung der Finanzierungskosten wesentlich günstiger kommt als Mieten. Eigentümer hatten in den letzten zehn Jahren nur geringe Wohnkostensteigerungen, während Mieter mit freien Verträgen nun knapp ein Drittel mehr bezahlen als 2012. In absoluten Zahlen waren es 2022 für Hauseigentümer nur 430 Euro monatlich, für Wohnungseigentümer 479 Euro. Hauptmieter müssen hingegen monatlich mit 774 Euro rechnen. Zu den Wohnkosten zählen neben Miete bzw. Kredit auch Betriebs-, Energie- und Instandshaltungskosten sowie Müll- oder Wassergebühren. Ein statistischer durchschnittlicher Hauptwohnsitz hatte in Österreich 102 Quadratmeter.

Thomas dämpft auch Hoffnungen, dass eine Mietpreisbremse die Inflationsrate spürbar senken könnte. Der Anstieg der Mieten habe 2022 nur 0,05 Prozentpunkte zur Inflationsrate beigetragen, da Mieten nur ein kleines Gewicht im Warenkorb haben. Langsamere Anstiege könnten zwar für einzelne Haushalte entscheidend sein, würden aber den Verbraucherpreisindex kaum bewegen. Trotzdem geht die Statistik Austria davon aus, dass Mieten mit Anpassungsklausel ab 3 Prozent Inflation bis zu drei Mietsteigerungen im Jahr haben, bei Anpassungsklauseln bei fünf Prozent sind es gut zwei Anpassungen.

Nur eine stärkere Bautätigkeit könne auf Dauer zu niedrigeren Mieten führen, so Thomas - auch weil die Bevölkerung weiter steigt und damit die Nachfrage nach Wohnraum.

Zugleich sei aber auch zu bedenken, dass Mieten erst mit einer Zeitverzögerung steigen, da Indexsprünge in den Verträgen erst nach Erreichen einer gewissen Teuerung wirksam werden. Es seien durch die Inflation 2023 weitere spürbare Anpassungen zu erwarten. Dementsprechend seien auch 2023 mehr Mieterinnen und Mieter mit Zahlungsverzügen und mehr Räumungen zu befürchten, sagte Regina Fuchs, Leiterin der Direktion Bevölkerung der Statistik Austria, in der gemeinsamen Pressekonferenz.

Sehr deutlich wird aus den statistischen Daten, dass lange Mietverträge für Mieterinnen und Mieter günstiger sind. "Die Mietvertragsdauer ist der wichtigste Einflussfaktor auf die Miethöhe insgesamt", so Fuchs. Während in Österreich bei Verträgen die jünger als zwei Jahre sind Miete plus Betriebskosten zusammen 10,5 Euro pro Quadratmeter ausmachen, sind es bei Verträgen die schon über 30 Jahre laufen nur 5,75 Euro. Im Schnitt aller Verträge sind 8,7 Euro zu zahlen. Auch Verträge mit einer Laufzeit unter fünf Jahren kommen teurer zu stehen als der Durchschnitt, längere Verträge führen zu unterdurchschnittlichen Kosten.

Neben der Mietdauer sind es das Segment (Gemeindewohnung, Genossenschaft oder freie Miete) und die Region, die für die Kosten von Mietwohnungen entscheidend sind - je weiter im Westen desto teurer.

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von Michael Neubauer 1 Minute Lesezeit