Projekte Schlüsselübergabe: Klimafreundliches Sport-Forschungszentrum an der Uni Graz feierlich eröffnet

Der Lehrbetrieb startete nach nur einem Jahr Bauzeit bereits im März

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Schlüsselübergabe: Klimafreundliches Sport-Forschungszentrum an der Uni Graz feierlich eröffnet

Die Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) hat auf dem Areal des Universitätsportzentrums in der Aigner-Rollett-Allee 13 ein neues Trainings- und Diagnostikzentrum für die Universität Graz errichtet. Nach nur einem Jahr Bauzeit konnte das Zentrum bereits im März seinen Forschungs- und Lehrbetrieb aufnehmen. Hans-Peter Weiss, CEO der BIG, übergab am Montag, dem 15. Mai 2023, feierlich den Schlüssel für das nachhaltige Gebäude an den Hausherrn Rektor Peter Riedler, in Anwesenheit von Bildungs- und Wissenschaftsminister Martin Polaschek.

Rektor Peter Riedler: "Das Trainings- und Diagnostikzentrum ist ein ökologisch nachhaltiger und enorm wichtiger Bau für die Entwicklung des Campus der Universität Graz. Mit dem neuen Gebäude werden wir unsere Kompetenz im Bereich der bewegungs- und sportwissenschaftlichen Forschung deutlich ausbauen und noch besser unserer gesellschaftlichen Verantwortung, die sich im Breiten- und Spitzensport zeigt, nachkommen können."

Hans-Peter Weiss, CEO der BIG: "Das neue Trainings- und Diagnostikzentrum ist ein klimafreundliches Laborgebäude aus Holz mit Photovoltaik-Anlage und Dachbegrünung, bei dem 300 m² regionales Holz verbaut wurden, das rund 300t CO2 bindet. Die BIG setzt seit Jahren verstärkt auf Holzbau."

Bildungs-, Wissenschafts- und Forschungsminister Martin Polaschek: "Das Trainings- und Diagnostikzentrum am Grazer Rosenhain verstärkt die Bewegungswissenschaften am Wissenschaftsstandort Graz und erweitert das Stadtbild mit seiner nachhaltigen Holzfassade. Zudem bietet das begrünte Dach die Möglichkeit, durch Photovoltaikanlagen nachhaltig Energie zu erzeugen."

Institutsleiter Sebastian Ruin: "Neben einer traditionell wissenschaftlichen Orientierung an Forschung und Lehre bieten sich in der gelungenen Verbindung von Forschungs- und Trainingsräumlichkeiten neue Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit externen Partnern im Bereich des organisierten Sports sowie in der Trainingstherapie. Das Institut, das bereits jetzt in internationale Rankings hoch dotiert ist, kann sich mit diesen Möglichkeiten zweifellos hervorragend weiterentwickeln."

Nachhaltig: Begrüntes Flachdach und Photovoltaik

Das Zentrum wurde als Gebäude mit universitärer Nutzung geplant und umfasst Trainings- und Laborflächen. Der zweigeschossige, 1.300 m² große Neubau wird nach den besonders hohen Nachhaltigkeitsstandards der BIG realisiert. In den 300 m² Holz sind etwa 300t CO2 gebunden. Die Fassade des Trainings- und Diagnostikzentrums besteht komplett aus Holz, die Tragkonstruktion zum größten Teil. Nur die Bodenplatte und ein aussteifender Kern werden aus Beton ausgeführt, um Schwingungen im Laborbereich auszuschließen. Der Entwurf stammt vom Grazer Architekturbüro Domenig & Wallner ZT-GmbH. Das komplette Flachdach mit einer Fläche von 1.200 m² wird für Photovoltaik-Paneele und Dachbegrünung genutzt, wodurch eine Leistung von etwa 70 kWp erreicht wird. 30 überdachte Fahrradabstellplätze wurden errichtet. Die Investitionskosten betrugen rund 4 Mio. Euro, davon stammen rund 140.000 Euro aus dem Waldfonds für den Holzbau des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus.

Ein Haus voller Möglichkeiten

Im Trainings- und Diagnostikzentrum sind Wissenschaftler*innen des Instituts für Bewegungswissenschaften, Sport und Gesundheit in den Forschungsfeldern Sportphysiologie, Trainingswissenschaften und Trainingstherapie sowie Biomechanik, Bewegungs- und Trainingswissenschaft tätig. Auf dem Gebiet des Leistungssports werden leistungsdiagnostische Aspekte verschiedener Disziplinen unter die Lupe genommen. Die Gruppe Biomechanik, Bewegungs- und Trainingswissenschaft untersucht, wie unterschiedliche Methoden des Beweglichkeitstrainings die Funktion und Struktur des Muskel-Sehnenapparates beeinflussen. Zum anderen erforscht sie, wie Trainingsinterventionen für spezielle Zielgruppen wie Kinder mit Zerebralparese oder Personen nach einer Knieoperation optimiert werden können. Die Gruppe beschäftigt sich auch mit der Auswirkung von Bewegung auf die Kognition und nutzt KI-Methoden, um taktische Spielmuster in der Sportspielanalyse zu erkennen.

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