Projekte Sparkasse OÖ modernisiert Stammhaus an der Promenade im Linzer Zentrum

Die Umbauarbeiten in dem denkmalgeschützten Gebäude werden zwei Jahre in Anspruch nehmen - Ein komplexes Bauvorhaben, das in Sachen Nachhaltigkeit oberösterreichweit einzigartig ist

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Sparkasse OÖ modernisiert Stammhaus an der Promenade im Linzer Zentrum

Es war im Jahre 1892, als die Sparkasse OÖ erstmals die Räumlichkeiten an der Promenade 11 - 13 in Linz bezog: „Das Sparkassengebäude war derart gut konzipiert, dass es mehr als ein halbes Jahrhundert lang den wechselnden Nutzungsbedürfnissen entsprach. In seiner Geschichte war es aber immer wieder auch mehr als nur eine Bank. Etwa während des Ersten Weltkrieges stellten die damals Verantwortlichen Räumlichkeiten der von Adalbert Stifter gegründeten k. k. Staatsoberrealschule, dem heutigen BRG Fadingerstraße, unentgeltlich zur Verfügung“, weiß Martin Punzenberger, Vorstandsdirektor der Sparkasse OÖ.

Mehr als nur eine Bank

Die Sparkasse OÖ verfolgt seit jeher eine ganzheitliche Nachhaltigkeitsstrategie - sei es im Bereich Umwelt- und Klimaschutz, oder aber auch innerhalb der Gesellschaft. „Dieses geschichtsträchtige Haus an der Promenade, im Herzen von Linz, fest verwoben mit der Stadt, ist Teil unserer DNA – daher ist es uns wichtig, das Miteinander zu fördern. Es wird hier ein pulsierender Ort des gesellschaftlichen Zusammenkommens entstehen. Wir schaffen Begegnungs- und Wohlfühlzonen sowie moderne Arbeitsplätze. Zudem werden wir regelmäßig Veranstaltungen, Kulturelles, Vorträge und Raum für Soziales anbieten. Wir wollen von diesem Standort aber auch künftig noch mehr Lebenskraft in die regionale Wirtschaft pumpen, mit Co-Working-Spaces, modernsten Meetingrooms und weiteren attraktiven Angeboten. Selbstverständlich werden auch unsere Kunden vom Umbau profitieren. Die Sparkasse OÖ an der Promenade 11-13 wird somit weiterhin mehr als nur eine Bank sein“, so Punzenberger.

Nachhaltige Modernisierung der Promenade

Der Einbau von intelligenten Energiemanagementsystemen, Energieeinsparung durch neue technische Anlagen, die thermische Aufwertung der Außenhülle – bei gleichzeitiger Einhaltung des Denkmalschutzes -, die Erweiterung der Photovoltaik-Anlage sowie die konsequente Umsetzung der Kreislaufwirtschaft sind nur ein paar nachhaltige Aspekte, die bei der Generalsanierung zum Einsatz kommen werden: „Die Lage des Standortes, mitten in Linz, die hochwertige Umsetzung im Denkmalschutz, die 7.900m² Nutzfläche inkl. Dachgeschoß sowie das Gebäude selbst sind in Bezug auf den Umbau sind sehr herausfordernd. Dafür werden zukunftsweisend 24 Millionen Euro investieren. Wie in der Vergangenheit auch, wollen wir so eine möglichst lange Nutzungsdauer generieren“, so der Projektverantwortliche und Bereichsleiter für Immobilien- und Betriebsmanagement Udo Dettelbacher.

Innovative Planungen und Vorbereitungen

Die Planungen für den Umbau begannen bereits vor zwei Jahren: „Wir mussten neben dem Set-Up der Projektorganisation sehr früh damit beginnen, Ersatzquartiere für unsere Mitarbeiter zu finden und diese entsprechend zu adaptieren. Während der zweijährigen Generalsanierung ist ein Arbeiten in den bestehenden Räumlichkeiten nicht möglich. Auch fertigten wir einen digitalen Zwilling des Gebäudes an. Dank der Zusammenarbeit mit dem innovativen Linzer Start-Up qapture kamen wir so an wertvolle Informationen in Bezug auf exakte Maße und KI-gestützt auf verwendete Materialien und Massen. Die Baufertigstellung ist mit Ende 2025 geplant, die Besiedelung bzw. Inbetriebnahme im ersten Quartal 2026“, so Dettelbacher.

Von der 360° Analyse zur nachhaltigen Projektsteuerung

Drees & Sommer Österreich, internationales Planungs- und Beratungsbüro mit Standorten in Wien, Linz, Salzburg und Innsbruck, wurde Anfang 2023 mit dem Projektmanagement bzw. der Projektsteuerung der Sanierung des geschichtsträchtigen Gebäudes der Sparkasse Oberösterreich beauftragt. Dazu wurde zu Beginn eine umfassende 360° Analyse des Objektes durchgeführt, um daran anschließend die Vorbereitung sowie Durchführung der Ausschreibung für Planer bzw. Architekten nach den Anforderungen der Sparkasse OÖ und den Gegebenheiten der Immobilie zu gestalten.

Cradle to Cradle

„Dieses Projekt ist in Oberösterreich in dieser Form einzigartig und wir verfolgen allerhöchste Standards in den Bereichen nachhaltige Sanierung und nachhaltiger Betrieb sowie bei der Implementierung von Kreislaufwirtschaft“, erklärt Matthias Mayr, Standortleiter Drees & Sommer Oberösterreich. Ziel ist es nicht nur, negative Einflüsse zu minimieren, sondern vor allem auch einen positiven Fußabdruck zu hinterlassen. So entstehen Produkte, Prozesse, Gebäude und Städte, die sicherfür den Menschen, gesund für die Umwelt und wirtschaftlich erfolgreich sind. So kommt bei der Realisierung des Stammhauses der Sparkasse Oberösterreich das Cradle to Cradle® Designprinzip zum Einsatz. „Dabei sprechen wir von einem öko-effektiven Design, mit dem wir die Qualität und den Nutzwert von Materialien und Gebäuden optimieren wollen. Unser Ziel damit ist es, nicht weniger schlecht zu sein, sondern positive Mehrwerte für Mensch, Umwelt und Wirtschaft zu schaffen“, unterstreicht Mayr.

Gold Zertifizierung nach ÖGNI

„Gemeinsam mit der Sparkasse haben wir klare Nachhaltigkeitsziele definiert“, erklärt Matthias Mayr. „Erreichen wollen wir diese mittels einer Gebäudezertifizierung nach ÖGNI/DGNB, also nach Standards des Österreichischen Instituts für eine nachhaltige Immobilienwirtschaft und der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen, mit dem Ziel einer Gold-Zertifizierung. Diese umschließt die verschiedensten Aspekte hinsichtlich Ökologie, Ökonomie und Sozialem. Übergeordnet und in Synergie mit der Zertifizierung soll das Cradle to Cradle® Design Prinzip als Inspiration bei der Planung und Ausführung angewandt werden“, führt Mayr weiter aus.

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von Patrick Baldia 2 Minuten Lesezeit