International Evergrande

Internationale Investoren müssen 22,5 Milliarden US-Dollar abschreiben

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Internationale Investoren müssen bei der wahrscheinlich bereits eingetretenen Pleite von Evergrande 22,5 Milliarden US-Dollar abschreiben. Der Bankrott des zweitgrößten Immobilienentwicklers in China könnte sogar eine globale Finanzkrise auslösen. Dies belegt die DMSA-Studie "The Great Reset - Evergrande und die finale Kernschmelze des globalen Finanzsystems". 

In der Studie weist der frühere Fitch-Analyst Dr. Marco Metzler nach, dass eine Pleite des Immobilien-Developers Evergrande eine globale Finanzkrise auslösen könnte. Der Bauträger, der direkt oder indirekt rund vier Millionen Menschen beschäftigt, hat rund 300 Milliarden US-Dollar an Schulden angehäuft, die er nicht fristgerecht zurückzahlen kann. Metzler, der 2003 bereits die Pleite der Mannheimer Lebensversicherung korrekt prognostiziert hat, sowie seine beiden Co-Autoren - Michael Ewy und der Asienexperte Duc Tam Dam - weisen in der Untersuchung für die Deutsche Marktscreening Agentur DMSA detailliert nach, dass allein internationale Investoren rund 23,67 Milliarden US-Dollar in 23 Anleihen und drei Großkredite des schlingernden Bauträgers gesteckt haben.

Unter den bereits bekannten institutionellen Investoren finden sich so bekannte Adressen wie Fidelity, Blackrock, UBS, Ashmore Group, Prudential, HSBC, Pictet, Vontobel, BNP und Allianz.

"Dabei sind uns bisher längst nicht alle internationalen Investoren bekannt, sondern lediglich 148 Investoren mit erhöhten Berichtspflichten wie etwa Fondsgesellschaften, die insgesamt 3,44 Milliarden US-Dollar investiert haben. Hier könnte es noch einige negative Überraschungen geben", glaubt Metzler.

Aus Sicht der Studienautoren hat ein Bankrott von Evergrande das Potenzial, zu extremen Verwerfungen des globalen Finanzsystems zu führen - mit Pleiten von Akteuren, die heute noch als grundsolide gelten. "Ausgelöst durch einen chinesischen Finanz-Virus namens Evergrande kann der Welt ein ,Great Reset' bevorstehen - die finale Kernschmelze des derzeitigen globalen Finanzsystems", so das pessimistische Fazit von Metzler.

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