Wirtschaft Unterschiedliche EZB-Signale zum Kurs nach einer Zinswende

EZB-Chefvolkswirt Lane: Insbesondere die Schwankungen der Energiepreise im Jahr 2023 würden sich statistisch auf die monatlichen Inflationswerte im laufenden Jahr auswirken

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Unterschiedliche EZB-Signale zum Kurs nach einer Zinswende

Die Inflation dürfte aus Sicht von EZB-Chefvolkswirt Philip Lane auf kurze Sicht um das derzeitige Niveau herum schwanken. Man müsse sich darüber im Klaren sein, dass die aktuelle Phase rückläufiger Inflationsraten zwangsläufig "holprig" verlaufe, sagte er am Montag in Dublin. Insbesondere die Schwankungen der Energiepreise im Jahr 2023 würden sich statistisch auf die monatlichen Inflationswerte im laufenden Jahr auswirken.

Während der Preisauftrieb im Dienstleistungssektor kurzfristig etwas zurückgehen dürfte, werde erwartet, dass er für den größten Teil des Jahres relativ hoch bleibe. Auch wenn der Weg hin zum Inflationsziel der Europäischen Zentralbank (EZB) von zwei Prozent holprig verlaufen sollte, werde dennoch die in den EZB-Projektionen angenommene Annäherung an den Zielwert im Jahr 2025 gestützt.

Die Experten der EZB erwarten in ihren jüngst vorgelegten Prognosen heuer eine durchschnittliche Teuerungsrate von 2,4 Prozent für den Euroraum, die sich 2025 und 2026 jeweils auf 2,0 Prozent verringern dürfte. Ihre längerfristige Inflationsprognose liegt ebenfalls bei 2,0 Prozent.

Die Inflation lag im März bei 2,4 Prozent, nach 2,6 Prozent im Februar und 2,8 Prozent im Jänner. Die Zielmarke der EZB von zwei Prozent, die sie mittelfristig als optimales Niveau für den Währungsraum anstrebt, rückt damit näher.

Die Währungshüter fassen daher eine erste Zinssenkung für Juni ins Auge. Auf ihrer jüngsten Sitzung hielten sie den Leitzins weiter bei 4,50 Prozent und den am Finanzmarkt richtungsweisenden Einlagensatz bei 4,00 Prozent. (apa)

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